Yvonne Szpadzinski
Yvonne Szpadzinski

Mittwoch, 15.8.2012

 

Nach dem morgendlichen Fitness-Programm gönnt sich Yvonne im Rollstuhl eine Pause und schläft dabei sogar ein. Langsam scheint sie nach der stressigen Zeit auf der Intensivstation zur Ruhe zu kommen und dieses Trauma zu verarbeiten.

 

Auch als die Ergotherapeutin Sand durch ihre Finger rieseln lässt, ist sie entspannt. Bei der Berührung mit Wasser reagiert Yvonne abweisend... vielleicht ist sie einfach nur müde!

 

Nach der Mittagspause ist ein Wechsel der Trachealkanüle angesetzt. Die vorhandene Kanüle mit einem Durchmesser von 9 mm wird von der Ärztin und einer Krankenschwester durch eine 8 mm dicke Kanüle ersetzt.

 

Von dieser Strapaze ruht sich Yvonne in ihrem Bett aus.

Das Abendsingen mit anderen Patienten und Eltern, das im Garten statt findet und von der Musiktherapeutin auf dem Klavier bzw. auf der Gitarre begleitet wird, genießt sie sehr.

 

 

Donnerstag, 16.8.2012

 

Am Morgen wird Yvonne von der Physiotherapeutin durchbewegt und mobilisiert. Ihre anschließende Aufregung kann man gut nachvollziehen, denn Yvonne wartet auf ihren großen Bruder Marcel, der sie heute besuchen will.

 

Sie fordert von ihm erst einmal ihre Kuscheleinheiten, läßt sich verwöhnen und hört mit großen Ohren (und Augen) zu, was es alles zu berichten gibt. Hustenattacken, die von Absaugaktionen begleitet werden, bekommt sie nur dann, wenn sie gerade mal nicht im Mittelpunkt steht.

Auch die Malstunde im Garten kommt Yvonne heute äußerst ungelegen und sie stützt sich dabei gelangweilt auf ihren Arm.

 

Alle Achtung, kleine Lady, nichts verlernt!





Freitag, 17.8.2012

 

Heute versteht Yvonne die Atemtherapie als Wellnesseinheit und schläft während der Behandlung weiter. Auch die Ultraschall-Untersuchung des Bauches, um evtl. Schmerzursachen festzustellen, erlebt sie im Halbschlaf.

 

Erst um 12 Uhr entscheidet sie sich für das Sitzen im Rollstuhl, freut sich aber nach einer Stunde bereits wieder auf die Mittagspause.

 

Den Nachmittag verbringen wir zu dritt auf einem schattigen Plätzchen im Garten. Dabei hören wir entspannt den von Klavier- und Flötenmusik begleiteten Liedern aus „König der Löwen“ zu.

 

 

Wochenende 18./19.8.2012

 

Hurra, Besuch ist wieder da! Diesmal haben sich Freundin Karin mit Tim und Kevin für den späten Vormittag angekündigt. Yvonne freut sich, wieder vertraute Stimmen zu hören und wir verbringen den Nachmittag bei Entspannungsmusik im klima-gekühlten Snoezzel-Raum auf dem Wasserbett.

 

Da die Atemtherapeutin frei hat, versuchen wir -zusammen mit der Krankenschwester- die Sekretprobleme mit Sättigungsabfällen durch Inhalieren in den Griff zu bekommen.

 

 

Montag, 20.8.2012

 

Yvonne wird von der Physiotherapeutin während der Behandlung zur Mobilisation abwechselnd in die rechte und linke Seitenlage gedreht.

Da Yvonne vorher geduscht hat, lässt sie sich diese Aktion schlafend gefallen.

 

Dienstag, 21.8.2012

 

Yvonne hat wieder gut geschlafen und ist bei der Atemtherapie entsprechend fit.

 

Am Vormittag findet ein Familiengespräch mit Ärztin, Krankenschwester und Psychotherapeutin statt. Um die Erlebnisse der letzten Wochen gemeinsam zu verarbeiten, werden Möglichkeiten und Wege aufgezeigt, um sich auf die veränderte Lebenssituation einzustellen. So bietet sich hier die Chance der Erholung und Regeneration.

 

Am Nachmittag können wir bei schöner Klaviermusik im Garten entspannen und die gemeinsame Zeit genießen. Yvonne chillt dabei mit Sonnenbrille auf ihrer Gartenliege.

Mittwoch, 22.8.2012

 

Ein Tag bringt immer gute und weniger gute Aktionen.

 

Yvonne reagiert während der Hundetherapie gelassen auf den 11jährigen Retriever Ben und den noch verspielten 3jährigen Beagle Gustaf.

 

Aufregender findet sie den wöchentlichen Kanülenwechsel ihres Tracheostomas, den eine Krankenschwester im Beisein einer Ärztin vornimmt.

 

 

Donnerstag, 23.8.2012

 

Yvonne erholt sich weiter. Sie verschläft den Vormittag bei einer Herzfrequenz von 42 und einer Sättigung von 100 %.

 

Zwei Ärztinnen klären uns in einem langen Gespräch ausführlich zum Vorgehen in Notfallsituationen auf.

Dabei wird deutlich, welch ein großes Glück Yvonne in den letzten Wochen hatte. Die Schutzengel haben ganze Arbeit geleistet!

 

 

Jede Odyssee hat mal ein Ende...

 

Seit Freitag, den 7.9.2012 bin ich wieder zu Hause.

 

Nach 3 Tagen zwischen Himmel und Erde, 18 Tagen Intensivstation und weiteren 28 Tagen Klinikaufenthalt kann ich endlich wieder in meinem eigenen Bett schlafen.

 

Ich habe mich dank der lebensrettenden Maßnahmen des Kreiskrankenhauses Wolgast und der Intensivstation der Universitätsmedizin Greifswald und der fürsorglichen Nachversorgung und Pflege auf der Palliativstation der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln gut erholt, die Wunde meines Luftröhrenschnittes ist fast verheilt und ich habe mich an das Tragen des Halsbändchens und das wöchentliche Wechseln der Trachealkanüle einigermaßen gewöhnt.

 

Ein neuer Lebensabschnitt für meine Familie und mich hatte begonnen,

denn wir müssen versuchen, diese veränderten Lebensbedingungen in unseren Alltag zu integrieren.

 

Wer Lust hat kann mich besuchen kommen, um mein neues Ersatzteil zu bewundern! Mama hat versprochen, meine willkommenen Gäste mit leckerem Apfelkuchen und frischem Kaffee zu empfangen.

 

Danke, dass ihr mich auch in der schwersten Zeit meines Lebens begleitet und meine Familie und mich mit eurer Anteilnahme unterstützt habt.

 

Eure Yvonne

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letzte Aktualisierung: 03.06.2017

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